Christina Gruber | Thirsty Data Center
Soundwalk




Unser tägliches Leben basiert auf Interaktionen, immer öfter finden diese nicht mehr physisch, sondern online statt. Häufig ist davon die Rede, dass die analoge Welt, das "echte" Leben in die digitale Welt transferiert wird. Was aber, wenn das Digitale auf diesem Planeten angesiedelt ist und sich von ihm genauso nährt wie wir Menschen? Der Audiowalk im Einzugsgebiet des Wienflusses und seinen ehemaligen Mühlbächen führt zu unterschiedlichen Produktionsstätten und Landepunkten der Cloud. Wasser ist im Entstehungsprozess dieser globalen Servernetzwerke essenziell. Einerseits für die Kühlung der Datenzentren, den Produktionsstätten der Cloud, andererseits für die Übertragung unserer Daten wird auf Wasser zurückgegriffen. Was passiert aber, wenn digitales Wasser wieder in den Wasserkreislauf eintritt? Verursachen endlose Streaming-abende auch reale Veränderungen unserer Atmosphäre? Können sie sogar den Bewölkungsgrad des Himmels verändern? Thirsty Data Center begibt sich auf die Suche nach den Infrastrukturen der Cloud mit dem Ziel, ihr einen Körper zu verleihen und ihn zu verorten.

Christina Gruber ist Künstlerin und Gewässerökologin. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. In ihrem Schaffen befasst sie sich mit gesellschaftlichen Phänomenen und ihren Effekten auf die Erdoberfläche. Sie hat ihre Arbeit international ausgestellt und Lecture-Performances und Talks in Museen, auf Festivals, Konferenzen und Universitäten gehalten. Gruber ist wissenschaftliche Forscherin am Institut für Hydrobiologie der Universität für Bodenkultur Wien. Sie ist Teil des LIFE Sterlet-Projektes in Wien für die Stärkung und Erhaltung der Störpopulationen in der Donau.

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